Tschernobyl - Tag 5

1. Mai 1986:
Bisher kann sich niemand ein genaues Bild von den Auswirkungen des Unfalls machen. Die sowjetischen Behörden haben die Stadt Kiew für westliche Journalisten gesperrt. Kaum Nachrichten dringen nach außen...


Zeitungsausschnitt: Westliche TV-Korrespondenten dürfen keine Berichte übertragen

Moskau (dpa): Die sowjetischen Behörden haben gestern westliche Fernsehkorrespondenten in Moskau davon unterrichtet, daß sie am 1. Mai und in den darauffolgenden drei Tagen keine Filmberichte mehr aus Moskau an ihre Heimatsender überspielen könnten. Selbst Korrespondenten, die schon vor Tagen eine Leitung für die Übertragung von TV-Berichten über die traditionelle Mai-Parade auf dem Roten Platz reserviert und dafür eine Zusage bekommen hatten, erhielten eine Absage.
Die überraschende sowjetische Entscheidung wurde von westlichen Kreisen in Moskau auch mit dem Reaktorunglück in Tschernobyl in Verbindung gebracht. So wurde spekuliert, ob die UdSSR die Berichterstattung über den Atomunfall erschweren möchte.
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist für in Moskau akkreditierte Auslandskorrespondenten geschlossen worden.
Tagesspiegel, 1.5.1986


Tatsächlich beginnt unter der Decke aus Sand und Blei die Temperatur des Reaktorbrennstoffes wieder zu steigen - das "China-Syndrom" droht...

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