Tschernobyl - Tag 1

Am Sonntag, dem 27. April haben sich die Verantwortlichen durchgerungen, die Blöcke 1 und 2 des Reaktors abzuschalten. Eine aus Moskau eingeflogene Regierungskommision ordnet die Räumung Pripjats und anderer nahe gelegener Ortschaften an. Gegen 10 Uhr -36 Stunden nach dem Unfall- wird die Bevölkerung über Rundfunk und Lautsprecherwagen aufgefordert, die Stadt zu verlassen:

"Genossen, wegen eines Unfalls im Kernkraftwerk ist die Evakuierung der Stadt angeordnet worden. Nehmen Sie Ihre Papiere und das Allernotwendigste mit und nach Möglichkeit Verpflegung für drei Tage. Die Evakuierung beginnt um 14 Uhr."

der Reaktor

Unterdessen werden von Hubschraubern Säcke mit Bor, Blei, Sand, Lehm, und Dolomit auf den zerstörten Reaktor geworfen. Freiwillige werden abgesetzt, die strahlende Reaktortrümmer vom der Dach der Maschinenhalle zurück in den glühenden Schlot schleudern.
Ausgerüstet sind sie nur mit Spaten, Schutzanzug und Handschuhen. Im Minutentakt werden die Katastrophenhelfer ausgewechselt. Trotzdem gehören sie zu den am stärksten Opfern des Unglücks. Auch die Hubschrauberbesatzungen sind der Radioaktivität ungeschützt ausgesetzt.

Feuerwehr-Übung

Später werden die Überlebenden der ersten Stunden und Tage -von der Strahlenkrankheit schon gezeichnet- für ihren heldenhaften Einsatz geehrt.


Die Stadt Pripjat ist noch heute verlassen. Insgesamt wurden mehrere tausend Dörfer evakuiert und ungefähr 200.000 Menschen umgesiedelt.

Greenpeace/Shirley

Greenpeace/Shirley

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