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Afrika als EU-Giftmülldeponie

Nachricht vom 16.12.06, 02:40 Uhr von Patrik Löhr

Dramatischer Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste bestimmt die Podiumsdiskussion in der Staatsbibliothek.

Das Schiff "Probo Koala", welches den Giftmüll zur Elfenbeinküste transportierte

Afrika ist weit weg und interessiert offensichtlich eher wenige Berliner an diesem Abend. Der Simon-Bolivar-Saal in der Staatsbibliothek zu Berlin am Potsdamer Platz ist spärlich besucht und auch das Podium ist nicht voll besetzt. Die angekündigte Teilnahme von Andreas Bernstorf von Greenpeace fiel leider aus, der Botschafter der Elfenbeinküste lässt sich durch seinen Presseattaché vertreten und der Botschafter von Namibia kommt rund eine Stunde zu spät. Das Thema ist allerdings brisant und skandalös und verdient mehr Aufmerksamkeit, weshalb die Diskussion hier nachzuhören ist.

Der Fall

Das Schiff "Probo Koala" ist im August leer in Estland gestartet, nahm dann auf hoher See Giftmüll auf und versuchte diesen dann möglichst billig in afrikanischen Ländern loszuwerden. Senegal lehnte ab, die Elfenbeinküste sagte zu. Der Müll wurde auf offene Deponien verteilt und war so giftig, dass 12 Menschen starben und zehntausende in Krankenhäusern behandelt werden mussten.

Die Konferenz zum nachhören

Alternativdownloads

  • Einführung und BegrüÃ?ung durch Dr. Shungu M. Tundanonga-Dikunda (Pan African Forum e.V.) (mp3, 9Min, 12MB)
  • M. Bile (Botschaft der Elfenbeinküste) (mp3, 12:30Min, 17MB)
    19.08.2006: Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste. Ein Schiff mit europäischem Giftmüll entlud illegal Müll in der Elfenbeinküste. 100.000 betroffene in der Elfenbeinküste, 12 Tote. Es ist noch nicht bekannt welche Art von Müll und welche Langzeitfolgen. Die Reederei des Schiffes gehört eventuell zu Total Fina. Der Giftmüll landete im Grundwasser und gelang übers Trinkwasser sogar schon in die Nahrungsmittelproduktion, es wurde im Brot einer Bäckerei gemessen. In der Elfenbeinküste herrscht momentan eine Krise und es wird angenommen, dass es ein Anschlag war. Momentan untersucht eine Untersuchungskomission den Vorfall.
    In Abidjan gibt es keinerlei Müllverbrennungsanlage oder Abwasserreinigungsanlage. Es gibt zwar Gestze zur Müllbeseitigung, aber es gibt keine Infrastruktur, die es technisch ermöglicht
  • Rainer Loske (MdB, B90/Grüne) (mp3, 7:30Min, 10MB)
    In der EU ist es verboten Abfall in Nicht-Industrie-Staaten zu exportieren. Deswegen ist es ein klares Verbrechen was in der Elfenbeinküste passiert ist. Politisch ist der Müll in Deutschland sauber geregelt, die dunklen Kanäle müssen gestopft werden, was schwierig ist, da die Müllzuständigkeit in Deutschland föderalistisch zerfastert ist.
  • Prof. Dr. Rogall (FHW-Berlin, SPD) (mp3, 11Min, 15MB)
    Fortschritte in EU sind gro�, aber beim Abfall ist noch einiges zu tun. Der offensichtliche Terroranschlag in der Elfenbeinküste. Von 1993 bis 2001 Vervierfachung des Giftmülls. Industrie sieht solche Vorfälle als Kavaliersdelikt. Er möchte die Gleichsetzung mit Drogenhandel und Firmen dauerhaft von Aufträgen ausschliessen. Er möchte ein Nachweisverfahren einführen um das Problem einzudämmen.
  • Dr. Rötschke (Koordinator der Erblastenbeseitigung im Bitterfelder Raum) (mp3, 8:30Min, 12MB)
    In Bitterfeld wurden Giftabfälle staatlich verordnet in der Landschaft entsorgt, obwohl es verboten war. Abfallbeseitigung verursacht erhebliche Kosten und verlockt dazu diese mit krimineller Energie zu umgehen. Bewusstsein fehlt, dass Abfall kostet.
  • Rainer Loske (MdB, B90/Grüne) (mp3, 3Min, 4.5MB)
  • Rainer Loske (MdB, B90/Grüne) (mp3, 5:30Min, 8.5MB)
  • Prof. Peter Katjavivi (Botschafter Namibia) (mp3, 12Min, 17MB)
    Will nicht nur dagegen vorgehen den Müll in Namibia illegal entsorgt zu bekommen, sondern will mit anderen Ländern in Afrika präventiv arbeiten. Er findet die Veranstaltung gut um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken.
  • Prof. Dr. Rogall (FHW-Berlin, SPD) (mp3, 5Min, 7MB)
    Gesetze reichen nicht, auch Drogenhandel ist verboten, findet aber statt. Er fordert nochmals die Nachweispflicht für die Entsorgung.
  • Rainer Loske (MdB, B90/Grüne) (mp3, 7:30Min, 10MB)
  • M. Bile (Botschaft der Elfenbeinküste) (mp3, 13Min, 18MB)
    Wehrt sich gegen Vorwurf der Korruption, die mitverantwortlich sein sollen für die Skandale. Warum kann in Europa ein Schiff in einem hochmodernen Hafen mit nicht zugelassenem Müll beladen werden? Die Kontrollen scheinen zu nachlässig gewesen zu sein. Wäre alles korrekt abgelaufen hätte das Schiff nicht auslaufen dürfen. Kein europäisches Unternehmen hat im nachhinein seine Zulassung verloren, das Schiff was den Giftmüll in der Elfenbeinküste abgeladen hat, ist weiterhin auf den Meeren unterwegs. Der Müll wird konsequenzlos immer weiter weg entsorgt, ob Atommüll in der Sahara, Flugzeugträger oder anderes. Nicht die Korruption ist alleine Schuld, es müssen die Gesetze. 500-600 Tonnen wurden mit 40 LKW in allen Teilen der Elfenbeinküste in die Landschaft gekippt. 24h 80.000 betroffene Menschen. Es ist nach wie vor nicht klar welche Gifte entsorgt wurden. Der Konflikt der Elfenbeinküste wird oft instrumentalisiert.16-17 Mil. Einwohner. Wachstumskrise. 40 Jahre Kolonialisierung von Frankreich woraus die Elfenbeinküste ausbrechen möchte. Die Krise der Elfenbeinküste ist eine Unabhängigkeitskrise.
  • Prof. Dr. Rogall (FHW-Berlin, SPD) (mp3, 3:30Min, 4MB)
    Schiffe, die Europe verlassen werden vom Gesetz wegen nicht lückenlos überwacht. Fremdflaggige Schiffe werden zu 25% Stichprobenartig überprüft. Die �berwachung wird nicht angestrebt.
  • Prof. Peter Katjavivi (Botschafter Namibia) (mp3, 6Min, 8MB)
  • Gast der Bundesanstalt für Materialprüng (mp3, 6:30Min, 9MB)
    Mitarbeiter des Bundesanstalt für Materialforschung stammend aus der Elfenbeinküste fragt warum die Behörden aus der Elfenbeinküste ihn nicht angerufen haben, Kollegen aus dem Senegal haben wegen des gleichen Schiffes bei ihm angerufen und das Schiff deswegen nicht anlanden lassen.
  • Zweiter Pubblikumsbeitrag (mp3, 2Min, 2.5MB)
    Giftmüll nach Afriak kommt in Form von Asylbewerbern zurück nach Europa
  • M. Bile (Botschaft der Elfenbeinküste) (mp3, 7Min, 9MB)
    Begrüsst seinen Freund und Bruder und bedankt sich für die klug gestellten Fragen. Das Schiff legte an und wies seine Ware als gewöhnliche Erdölendstoffe aus. Es wird heute noch gefragt warum der Müll verteilt werden konnte. Er fragt sich weiterhin warum der Müll Frankreich verlassen konnte.
  • Dr. Rötschke (Koordinator der Erblastenbeseitigung im Bitterfelder Raum) (mp3, 5Min, 7MB)
    Zivilgesellschaft muss sensibilisiert werden. Information und Sensibilisierung und Infrakstruktur kostet.
  • Verabschiedung durch Dr. Shungu M. Tundanonga-Dikunda (Pan African Forum e.V.) (mp3, 4Min, 5.5MB)
    Afrika zieht das Unheil wie der Blitzableiter den Blitz an.
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