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Atomkraft
Ein Werbeplakat für Atomkraftwerke
Werbeplakat der Atomlobby

Eine idyllische Landschaft, im Hintergrund zwei Kühltürme: So setzt sich die Atomlobby in Szene und versucht, sich als Heilsbringer für den Klimaschutz zu verkaufen. Doch die Plakatkampagne ist nichts weiter als ein billiger PR-Trick: Zwar ist der CO2-Ausstoß von Atomkraftwerken relativ gering - doch viele Erneuerbare Energieträger schneiden im Hinblick auf die CO2-Emissionen wesentlich besser ab. Und wirft man einen Blick auf die Risiken der Atomkraftnutzung, wird schnell klar: Mit idyllischen Landschaften hat diese Form der Energieerzeugung nur wenig zu tun.

Klimaschützer?

"0 CO2" prangt stolz auf den Plakaten und ist schlicht und ergreifend gelogen. Im März 2007 errechnete das Öko-Institut zuletzt 32g CO2 pro kWh in deutschen AKW produzierten Strom bis zu über 60g CO2 pro kWh in russischen AKW. Das ist zwar wenig, aber z.B. mehr als dreimal so viel wie bei der Windkraft.

Das Kraftwerk Grundremmingen C auf dem Bild oben mit einer Produktion von 11 Mrd. kWh Strom pro Jahr ist nach der Studie also für den Ausstoss von 352.000 Tonnen CO2 verantwortlich und nicht für Null.

Abgesehen davon: Um den Klimawandel zu begrenzen, also unter einer durchschnittlichen Erhöhung von 2 Grad Celsius zu bleiben, muss der Ausstoss von Treibhausgasen wie eben CO2 um 50% gesenkt werden. Um das mit der Atomkraft zu erreichen (also Deckung von 50% des Weltenergiebedarfs mit Atomkraft), müssten weltweit 3200 neue Kraftwerke dazu gebaut werden. Denn momentan deckt die Atomkraft mit 435 Atomkraftwerksblöcken weltweit nur 6% des Gesamtenergiebedarfs.

Mit was wird eigentlich ein Atomkraftwerk betrieben?

Mit Uran. Das ist der Grund, weshalb ein Atomkraftwerk wenig, aber nicht Null CO2 im Betrieb ausstösst. Das Uran produziert im Spaltprozess tatsächlich kein CO2, aber es ist ein Mineral und wird somit in Uranbergwerken abgebaut. Dabei werden Maschinen eingesetzt, die CO2 ausstossen. Nebenbei sind die Arbeitsbedingungen im Uranbergbau sehr schlecht.

Momentan reichen die bekannten Uranvorkommen noch für ca. 50 Jahre. Würden 3200 neue AKW gebaut werden, würde das Uran noch rund 7 Jahre reichen.

Atommüll

Richtig, da war ja noch ein Problem bei der Atomkraft, welches noch völlig ungelöst ist: Der Müll. Der strahlt nämlich über zehntausende von Jahren und verursacht unendliche Schäden, sollte er bei unsachgemäßer Lagerung in die Natur entweichen, allem voran unserem Grundwasser. Weltweit gibt es kein sogenanntes Endlager für Atommüll und man kann sich trefflich streiten, ob es je eines geben wird, was sicher genug ist, um den Müll zehntausende von Jahren gegen die Umwelt abzuschotten, denn auch wenn es für uns nicht so aussieht, die Erdkruste ist auf solche Zeiträume sehr beweglich und überhaupt nicht beständig und sicher.

Atomkraftwerke sind sicher.

Najagut, wenigstens die deutschen AKW? Mitnichten. Die jüngste Pannenserie im Sommer 2007 zeigt, das nicht nur der Faktor Mensch im Betrieb ein unberechenbares Risko darstellt, sondern Hochrisikotechnologie von 1970 nach dem heutigen Stand und nach über 30 Jahren Betrieb nicht mehr als sicher angesehen werden kann.

Nimmt man das theoretische Risiko eines Atomkraftwerkes für einen GAU von drei GAU alle 100.000 Jahre und multipliziert es mit der Zahl der theoretischen 3600 für den Klimaschutz nötigen AKW, dann flöge uns in Zukunft alle 9 Jahre ein Atomkraftwerk um die Ohren.

Zivile Nutzung der Atomkraft?

Atomkraft heisst immer auch Atombombe. Jüngstes Beispiel sind die Länder Nordkorea und Iran, die Atomkraftwerke wollen, um Atombomen zu produzieren. Seit dem Ende des kalten Krieges hat die Zahl der Länder mit Atomwaffen stetig zugenommen. Es gibt kaum Länder, die ihre Atomkraftwerke nicht zuletzt deswegen gebaut haben, um an waffenfähiges Plutonium, einem Nebenprodukt bei der zivilen Nutzung der Atomkraft, zu gelangen.

Terrorgefahr

Neben den absurden Vorstellungen der diversen deutschen Innenminister zum Thema Terrorgefahr und wie man sie abwehren müsste, gibt es Gefahren, die nach dem 11. September 2001 tatsächlich real sind, aber um die sich nicht gekümmert wird. Kein deutsches Atomkraftwerk ist gegen den Angriff mit einem Passagierflugzeug wie in NewYork gesichert. Der einzige Vorschlag der Betreiber damit umzugehen, kann eigentlich nur als unangebrachte Satire angesehen werden: Bis heute gibt es nur den Vorschlag, Nebelmaschinen bei den AKW zu installieren. Würde sich ein Flugzeug nähern, würde man schnell die Nebelmaschinen anmachen und der Pilot würde das AKW nicht mehr sehen. Vielleicht sollten Manager mit solcher Fantasie lieber Kinderbücher schreiben...

Atomkraft ist billig

Atomkraftwerke produzieren für den betreibenden Konzern täglich Millionengewinne, wenn sie abgeschrieben sind. Aber billig ist Atomkraft ganz und gar nicht. Atomkraft benötigt für die Strommengen sehr große Netzstrukturen, die längst nicht alle Länder der Welt zu bieten haben und kosten beim Bau enorme Summen. Die Windkraft z.B. ist jetzt schon nicht mehr teurer. Sie ist sogar viel preiswerter: Wenn man bedenkt, dass die Atomkraft keinerlei Versicherung für mögliche durch die verursachte Schäden bei einem GAU haben muss. Jede andere Industrie muss sich gegen Schäden versichern, ein Chemiekraftwerk braucht eine Versicherung gegen mögliche Umweltschäden, ein Atomkraftwerk nicht. Die Kosten wären nämlich viel zu hoch und sind im voraus unkalkulierbar. Die Kosten eines Unfalls, genauso wie die Kosten der Endlagerung, bleiben an der Gesellschaft hängen. Während Konzerne wie Vattenfall Milliardengewinne einfahren.


© 2010 Greenpeace Berlin, letzte Änderung: 19.04.2009 News als RSS