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Internationale Aktionswoche gegen Shell

Nachricht vom 23.07.12, 17:33 Uhr von Till Götze

Eine Woche lang haben Ehrenamtliche von Greenpeace in ganz Deutschland gegen Shells Arktispläne demonstriert. Zum Abschluss wurden bundesweit über 50 Tankstellen mit Proteststickern beklebt und die Kunden des Ölkonzerns direkt informiert. Shell plant, in diesen Wochen mit den ersten Probebohrungen in der Arktis zu beginnen.

Niemand weiß, was der Pächter der Dienstleitstelle am 21.Juli 2012 erzählt haben muss, um so viele Einsatzfahrzeuge und Mannschaftswagen der Polizei an die Tankstelle an der Bornholmer Straße zu locken. Dutzende Beamte wurden dort mit einer schier unvorstellbaren Übermacht an Aufklebern an Zapfsäulen und Zapfpistolen, sowie mehreren Eisbärenlogos, Tatzen und der Botschaft „Save the Arctic“ aus Sprühkreide konfrontiert. Die über 20 Aktiven von Greenpeace Berlin waren allerdings (der Aufforderung, die Tankstelle zu verlassen gefolgt und) schon wieder verschwunden. Solche Szenen werden sich den ganzen Tag überall in Deutschland abgespielt haben.

Die Aktion war der Abschluss einer weltweiten Aktionswoche. Sieben Tage lang wurden vor hunderten Tankstellen in ganz Deutschland die Kunden über Shells Arktisprojekt aufgeklärt. Auch überall sonst auf der Welt wurde Shell aufgefordert von seinen gefährlichen Plänen abzulassen und wie BP auf Bohrungen in der empfindlichen Arktis zu verzichten. In Houston (Texas) wurde eine Werbeattrappe direkt vor Shells Haustür aufgehängt, in Frankreich und Mexiko die dortigen Zentralen von Eisbären besucht und in den Niederlanden gleich das ganze internationale Hauptquartier blockiert und kurzzeitig die Geschäftsführung übernommen. In Dänemark, Schweden, Finnland, Ungarn und Tschechien wurden einzelne Tankstellen besetzt und in Großbritannien sogar über 75 davon von Greenpeace Aktivisten außer Betrieb gesetzt. In Argentinien haben 35 Kletterer außerdem eine Raffinerie blockiert.

Doch auch von zu Hause aus konnte sich jeder am Protest gegen Shells Arktisprojekt beteiligen. So sind am 20. Juli tausende Bürger weltweit einem Aufruf von Greenpeace gefolgt und haben sich telefonisch, per Mail und über soziale Netzwerke bei dem Ölkonzern für die Belange der gefährdeten Region eingesetzt. Kurz danach wurde auch die 1.000.000ste Unterschrift für eine Petition abgegeben, die die Einrichtung eines internationalen Schutzgebietes für die hohe Arktis fordert. Unter savethearctic.org kann man auch weiterhin für den Erhalt des empfindlichen Ökosystems unterschreiben.

Derzeit befinden sich mehrere Schiffe im Auftrag von Shell in den arktischen Gewässern vor Alaska, um dort Probebohrungen durchzuführen. Trotz unkalkulierbarer Risiken für einzigartigen Naturraum, will der internationale Konzern dort nach Öl bohren. Shell ist bereit, aus reiner Profitgier eine der letzten naturbelassenen Regionen der Erde massiv zu gefährden. Es ist zur Zeit noch nicht möglich Eis und mit Eis bedecktes Wasser von Öl zu reinigen und im Falle eines Lecks können Rettungskräfte ausschließlich im Sommer in die Nähe der Plattformen gelangen. Auch jetzt sind noch Spuren der Ölkatastrophe nach dem Auflaufen des Tankers Exxon Valdez vor der Küste Alaskas zu finden. Mehr als 20 Jahre nach dem Unglück.

Im Moment liegt Shell weit hinter dem eigenen Zeitplan für die Probebohrungen zurück, da die Verantwortlichen des Konzerns offenbar die Dicke des Eises und die extremen Wetterbedingungen in der Arktis unterschätzt haben.

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