Greenpeace Demonstration gegen Shells Arktisprojekt
Nachricht vom 31.07.12, 21:38 Uhr von Till Götze
Rund 80 Ehrenamtliche von Greenpeace haben am 28. Juli auf einer Demo zwischen zwei Tankstellen gegen Shells Pläne demonstriert, in der Arktis nach Öl zu bohren. Stattdessen fordern sie die Einrichtung eines internationalen Schutzgebiets für den empfindlichen Naturraum. Shell ist derzeit mit mehreren Schiffen in der Polarregion unterwegs, ohne auf die Risiken Rücksicht zu nehmen.

Wenn donnernder Protest wörtlich genommen werden soll, sorgt man am besten dafür, dass mehrere Öltonnen möglichst geräuschvoll durch die Straßen gepoltert werden. Während die SolarDrums auf ihren Fässern gleichzeitig den Takt dazu schlagen. Soll leidenschaftlichen Protest wörtlich genommen werden, dann sorgt man am dafür, dass dutzende Trillerpfeifen, Megafone und Sprechchöre lautstark einen Stopp von Shells Arktisplänen verlangen. Wenn dieser Protest auch weithin sichtbar sein soll. Dann sorgt man am besten dafür, dass die Demonstranten in grünen Jacken und T-Shirts zusammen mit zwei Eisbären und einem beträchtlichen Polizeiaufgebot auf unzähligen Bannern und Schildern in etlichen Sprachen die Rettung der Arktis fordern.
Mit diesem Protestzug durch Berlin-Kreuzberg wollen Ehrenamtliche von Greenpeace Berlin und Eberswalde den Druck auf Shell aufrechterhalten. Dieser Protest läuft bereits seit mehreren Monaten mit spektakulären Aktionen und einer umfassenden Informationskampagne weltweit. Zum Beispiel wurden letzte Woche deutschlandweit die Zapfsäulen und Zapfpistolen von über 50 Tankstellen mit Protestaufklebern beklebt und die Kunden über die Pläne des Ölkonzerns aufgeklärt. Unter der Internetadresse savethearctic.org kann man außerdem eine Petition unterschreiben, mit der die Einrichtung eines internationalen Schutzgebiets in der hohen Arktis gefordert wird. Schon weit über eine Million Menschen haben sich weltweit dem Aufruf angeschlossen, der gefährliche Ölbohrungen und industrielle Fischerei in dem empfindlichen Ökosystem verhindern will.
Nach hunderten Anrufen und Emails besorgter Bürger hat Shell inzwischen eine Internetseite veröffentlicht, auf der die Ungefährlichkeit von polaren Ölbohrungen beschrieben wird. Doch entgegen der eigenen Beteuerungen hat der Ölkonzern keineswegs alles unter Kontrolle. So hat sich das Arktisprojekt aufgrund unerwartet dichtem Nebel und dicken Eis schon so weit verzögert, dass eine Verlängerung der Probebohrlizenz beantragt wurde. Damit würden die Bohrungen bis weit in den Herbst mit seinen starken Stürmen und dem wiederkehrenden Wintereis dauern und wäre dadurch noch gefährlicher. Aber es gibt noch weitere Probleme. Die „Arctic Challenger“, ein fast 40 Jahre altes Schiff, das umgebaut wurde, um im Fall der Fälle eine Ölpest aufzufangen, hat noch immer keine Zulassung durch die amerikanischen Behörden bekommen. Die Sicherheitsauflagen werden nicht erfüllt. Shells Ölbohrschiff „Noble Discoverer“, Baujahr 1966, ist vor zwei Wochen bei starkem Wind unkontrolliert vor der Küste Alaskas umhergetrieben und dabei wahrscheinlich sogar auf Grund gelaufen.
Die Arktis ist eine der letzten fast unberührten Regionen der Erde. Ein Ölunfall in diesem sensiblen Ökosystem wäre nicht zu beherrschen und hätte katastrophale Auswirkungen auf die Umwelt. Anstatt den maßgeblich durch die Ölindustrie mitverursachten Klimawandel dazu zu nutzen, um auch die letzten verbliebenen Naturräume der Erde rücksichtslos auszubeuten. Sollte Shell in erneuerbare und nachhaltige Energiegewinnung investieren.
Deswegen: Stoppt Shell und rettet die Arktis!
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