Am 29. Januar 2005 setzte die Berliner Gruppe die Ausstellungsreihe "Die vier Elemente" fort. Nach dem Element Wasser (2003) beschäftigten wir uns diesmal mit dem Thema Feuer und damit verbunden: Energie.
Eine Feuerfackel fliegt hoch. Sie zischt in der kalten Januarluft gen Himmel, dreht oben noch einige Saltos und landet schließlich sanft in der Hand einer jungen Frau.
Spielerisch zeigen wir in der Kulturbrauerei das Feuer der Sonne als ein Symbol für regenerativen Energien. Im Eingang begint der Energietunnel. Am dunklen Anfang des Tunnels ist es laut. Kohlebagger knattern. Fotos zeigen, wie sie die begrenzte Ressource Kohle abbauen. Dann betritt der Besucher einen Sandstrand. Er ist mit Öl verschmiert. Tiere liegen dort leblos und schwarz verklebt. Es gibt keinen Laut, kein Lebenszeichen an diesem Strand - die Auswirkungen eines Tankerunfalls.
Geht der Besucher weiter, sieht er in Videoinstallationen, wie ewig und monoton der Berliner Verkehr aus der Sicht eines Autofahrers wirkt. Dann geht's weiter. Eine Person im gelben Schutzanzug steht vor einer Schleuse und misst mit einem Geigerzähler die Besucher auf radioaktive Strahlung. Sind sie schon verseucht?
Durch die Schleuse geht es von den fossilen Energien und deren Folgen für die Umwelt in das Licht der erneuerbaren Energien.
Sonnenenergie ist das erste Projekt. Eine Solarzelle, viel Licht und Bilder sind hier, dann bläst ein Wind von der Seite - die Windenergie erreicht der Besucher als nächste Station. Die Biomasse kann man anfassen. Dazu gibt es Infos auf Tafeln: Was ist Biomasse, wo kommt sie her, welche Vorteile hat sie? Eine schmale Treppe führt aus dem Energie-Tunnel hinaus. Auf ihr ist Wasser projiziert, die vierte erneuerbare Energiequelle.
Erholen an der "Wierderauflad-Bar"
Oben ist Entspannung angesagt: An der "Wiederauflad-Bar" kann der Besucher alkoholfreie Energydrinks kaufen oder die MIlch für den Kaffee mit einem Solar betriebenen Milchschäumer selbst aufquirlen. Seinen Handyakku lädt er mit Hilfe von Solargeräten auf.
Eine Violine, ein Digeridoo, Bongos und eine "singende Säge" begleiten live Kurzfilme zum Thema Windenergie. Im Raum befinden sich weiterhin Solar-Spiele und Infotafeln, um Hintergründe über das Erlebte im Energie-Tunnel zu erfahren.
Akrobatik und Tanz
Eine phantasievolle Welt der Akrobatik und Tanzperformances erwarten die Besucher im Kesselhaus. Vom Raum der Entspannung tritt man auf die Galerie des Kesselhauses. Von da aus gibt es einen einzigartigen Blick auf die Künstler und ihre Zuschauer. Viele Künstler interpretieren auf ihre ganz individuellen Art das Thema Feuer. Oben auf der Galerie kann der Besucher aber auch an einer Hand betriebenen Carrera-Bahn Autos flitzen lassen oder an den Wänden Malerei, Fotographie und Videokunst bestaunen.
Unten, wo die Bühne ist, steht auch ein Fahrrad. Wenn der Besucherr lang genug strampelt, fängt eine Glühbirne an zu leuchten. In ihrem Licht bewegt sich eine Künstlerin solange, bis die Lampe wieder erlischt.
Viele Besucher tingeln in der Nacht zwischen Entspannungsraum und dem Kesselhaus mit seinem bunten Künstlerprogramm. Wir hoffen, ihnen mit der Ausstellung die erneuerbaren Energien auf künstlerischem Weg etwas näher gebracht zu haben.