Greenpeace interviewt Phoebe Washburn
Bis Mitte Oktober diesen Jahres stellte Phoebe Washburn in den Räumen des Guggenheim in Berlin aus. Die relativ kleine Ausstellungsfläche wurde von etwas großem, hölzernen Fabrikähnlichen eingenommen. Es bestand aus lauter Einzelteilen von unterschiedlichstem Holz, welches irregulär zusammengefügt wurde und das ganze Gebäude in eine Art Schwebezustand versetzt.
Näherte man sich dieser Fabrik, zeigen kleine Fenster einen Einblick in ihr Innenleben. Hier wuchsen verschiedene Grassorten, geordnet in Gewächskästen. Nach ein paar Minuten tat es in dieser Fabrik periodisch einen lauten Ruck und die Kästen zogen am Fenster vorbei. Da wurde wird klar: Hier in dieser hölzernen Fabrik existiert ein Kreislauf. Ein automatisches Rollband bewegt das Gras sorgfältig von einer Bewässerungsanlage zur Beleuchtung, dann in einem Kreis irgendwann wieder zum Wasser zurück.
Phoebe Washburn heißt die Künstlerin aus New York, die das Projekt "Regulated Fool’s Milk Meadow" für Guggenheim Berlin entwarf.
Washburn bezieht sich dabei auf das regulierte "Regulated" System der Fabrik, das ein recht wertloses Produkt -"Meadow" heißt Graswiese- hervorbringt.
»Fool’s Milk« ist vom Ausdruck "fool’s gold" abgeleitet, dem Narrengold, einem anderen Namen für Pyrit. Dieses Gestein ist selbst nicht sehr wertvoll, es sieht aber dem wertvollen Gold zum verwechseln ähnlich. Bei ihrem Projekt verwendet Washburn vornehmlich Abfälle aus Konsum und Handel, zumeist Unmengen von Pappkartons oder Holzstücken, die sie bei ihren Streifzügen zu Containern und Laderampen sammelte.
So wurden einst wertlose Überreste täglichen Lebens zu einem wertvollen Projekt verarbeitet.
Greenpeace und die Frage nach dem Wertvollen Ding
Bei Greenpeace stellt sich diese Frage immer wieder, denn bei Greenpeace setzt man sich täglich für Dinge ein, die oft nie zu Gesicht zu bekommen sind, die aber dennoch großen Wert für Greenpeace besitzen und als schützenswert erachtet werden.
Im Alltag wird der Wert von Dingen eigentlich am Preis gemessen, also ist es unmöglich, in diesen Kategorien einem Wal, der im Ozean lebt oder einem Urwaldbaum im Amazonas einen Wert zu geben.
Es ist wohl die große Greenpeace-Aufgabe, auf einen unsichtbaren Kreislauf des Lebens aufmerksam zu machen; zum Beispiel von Urwäldern und einem Einkauf in Berlin.
Denn der Ursprung der Ressourcen bestimmt den Kreislauf des Verbrauchens.
Sodass im genannten Beispiel beim Kauf vom Recycling-Produkt kein Urwaldbaum als Ressurce dienen müsste. Recycling erhält damit einen Wert, der über den Eigenwert hinaus geht.
Wir freuten uns auf ein Interview mit Frau Washburn und Ihre Meinung zu dem Wert von Dingen aber auch zur Kunst und zur Stadt New York natürlich, der Stadt der Städte.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.


