Die Anfänge
Als Keimzelle von Greenpeace gilt das Jahr 1970: Im westkanadischen Vancouver gründet Jim Bohlen zusammen mit Paul Cote und dem Quäker Irving Stowe das Don't make a wave-comittee
, um sich für atomare Abrüstung und Umweltschutz einzusetzen.
Offizielles Gründungsdatum von Greenpeace ist der 15. September 1971: Die Aktivisten stechen in See, um die geplanten US-Atomtests auf der Insel Amchitka vor Alaska zu verhindern. Die Aktion Greenpeace
wird ein großer Erfolg: Die US-Regierung verkündet den Abbruch ihrer Testserie auf den Aleuten-Inseln. Der Name dieser Aktion steht von nun an für Frieden und Umweltschutz: Die Geschichte von Greenpeace beginnt. Nach der indianischen Weissagung, dass die Kämpfer des Regenboges die Welt vor ihrer Zerstörung retten werden, nennen sich die Greenpeacegründer rainbow warriors
.
Rund drei Jahre später ist keiner der Ur-Väter mehr dabei. Dafür stößt 1972 ein Mann hinzu, der später zu einer Leitfigur wird - David McTaggert. Das Ruder übernehmen Aktivisten um Bob Hunter, die nicht nur gegen Atombombentests protestieren wollen. Ihre spektakulären Aktionen gegen Walfang und Robbenjagd machen Greenpeace weltweit bekannt.
Die Welt wird Zeuge
Gewaltfreier Widerstand vor Ort und systematische Öffentlichkeits- und Medienarbeit - mit ihren Mitteln heben sich Greenpeace-Aktivisten von anderen Friedens- und Umweltbewegungen ab. Das Quäker-Grundprinzip "Bearing Witness", Zeugnis ablegen, wird zur Grundlage jeder Greenpeace-Aktion. "Wir wollten die ganze Welt zu Zeugen machen, ein Bild in den Köpfen der Menschen verankern", erinnert sich Bob Hunter, der erste Greenpeace-Vorsitzende.
Greenpeace wird international
Öffentlichkeitswirksame Aktionen zum Schutz der Umwelt - diese Idee findet schnell in anderen Ländern Anklang: Weitere Greenpeace-Büros entstehen in den USA, Australien und Neuseeland. 1977 erobert Greenpeace Europa: David Mac Taggert initiiert die Gründung von Greenpeace-Büros in Großbritannien und Frankreich.
Die ersten Jahre sind von Konflikten um den Aufbau von Greenpeace überschattet: Soll die Organisation nach bester Graswurzeltradition
basisdemokratisch oder eher hierarchisch aufgebaut sein? Die kanadischen Greenpeacer beharren auf ihrem Führungsanspruch und lösen einen Streit mit den übrigen Greenpeace-Büros aus. Erst auf Vermittlung von David Mc Taggert kommt es zu einem Kompromiss: Die europäischen Büros begleichen die Schulden des kanadischen Büros, das dafür auf seinen Führungsanspruch verzichtet. Damit wird der Grundstein für eine neue Dachorganisation gelegt, um Aktionen international besser zu koordinieren: Als gemeinnützige Stiftung wird Greenpeace International (GPI ) 1979 unter dem Namen "Stichting Greenpeace Council" bei der Handelskammer in Amsterdam eingetragen.



