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Karneval der Kulturen 2004

Nachricht vom 8.06.04, 10:00 Uhr von Sabine Möhring

Trommelgruppe

Aktivist als Holzfäller verkleidet

Noch nie hatte der Karneval der Kulturen so viele Besucher wie in diesem Jahr - rund 900.000 Zuschauer kamen zum Stra�enumzug, und Greenpeace war zum zweitenmal mit von der Partie. Unter dem Motto "Save our planet, save our forests" tanzten Berliner Greenpeacer in Tier- und Baumkostümen zu afrikanisch inspirierten Rhythmen der Frauen-Percussiongruppe "Karaba und die Waldfeen". An der Spitze des Zuges liefen die Kleinsten, die kids for forest.

Damit machten die beiden Gruppen auf die weltweite Bedrohung der Kulturenvielfalt aufmerksam: Die rasant fortschreitende Urwaldzerstörung auf allen Kontinenten entzieht den in den Wäldern lebenden Menschen jegliche Lebensgrundlage, einheimische Volksgruppen wie die Deni-Indianer im brasilianischen Amazonas oder die Pygmäen in Zentralafrika verlieren ihre Heimat. Verheerende Folgen hat die Abholzung auch für Pflanzen und Tiere: Jeden Tag sterben rund 100 Arten auf unserem Planeten aus.

In sieben verschiedenen Tierkostümen rückten Greenpeace, Karaba und die Waldfeen besonders stark bedrohte Säugetierarten ins Rampenlicht:

  • Den Waldelefant,
  • den Orang-Utan,
  • den Tiger,
  • den Wolf,
  • den Jaguar,
  • den Braunbär und
  • das in Chile und Argentinien lebende Humuel, ein kleiner Südandenhirsch.

Welch entscheidende Rolle wir, d.h. die westlichen Industrienationen bei der Abholzung der letzten Urwälder spielen, machten Greenpeacer als Vertreter holzverbrauchender Berufe deutlich. Als Zimmermann und Architekt etc. verkleidet rückten sie den alltäglichen gigantischen Holz-, Papier- und Zellstoffkonsum ins Rampenlicht: Urwaldbäume enden als Möbel in unseren Wohnungen und als Dokumente auf unseren Schreibtischen. So gehört Deutschland zu den unrühmlichen Spitzenreitern beim Zellstoffverbrauch: Mit einem Import von 3,7 Mio Tonnen (1998) stehen wir weltweit hinter den USA an zweiter Stelle.

Mit einem Stand auf dem Blücherplatz und einer Ausstellung in der Kreuzberger Heiligkreuzkirche informierte Greenpeace über die Möglichkeiten, wie jeder Urwälder und europäische Wälder schützen kann:

  • auf das Siegel des Weltforstrates FSC (Forest Stewardship Council) achten, mit dem Holz aus ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltiger Forstwirtschaft gekennzeichnet ist
  • sich über die Herkunft von Holzprodukten informieren: Der Greenpeace-Holzführer erklärt, welche Baumarten gefährdet sind
  • Papier sparen und Recyclingpapier verwenden: Unser Papierratgeber listet auf, wo man in Berlin Produkte aus Altpapier kaufen und wo man auf Recyclingpapier kopieren kann. Achten Sie beim Papierkauf auf den blauen Umweltengel, der 100% Recyclingpapier garantiert.

Materialien zu den Themen Urwald und Papier sind auch im Büro der Greenpeace Gruppe Berlin, Chausseestr. 131, Berlin 10115 erhältlich.

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